Dank Smartphones und kompakter Kameras war das Fotografieren im Zoo noch nie so einfach wie heute. Fast jeder Besuch im Tierpark, Zoo oder Darwineum wird digital festgehalten und oft direkt auf Instagram, Facebook oder im Blog geteilt. Genau hier lauert der typische Stolperstein: Eine Veröffentlichung beginnt nicht erst mit einem Artikel, sondern bereits beim Hochladen in die sozialen Medien.
Ich bin regelmäßig in Zoos unterwegs – als Rostocker natürlich besonders häufig im Zoo Rostock und im Darwineum.
In diesem Artikel findest du die wichtigsten Regeln, die häufigsten Missverständnisse und praktische Fototricks, damit du Tiere respektvoll fotografierst und deine Bilder trotzdem richtig gut aussehen.
desto eher brauchst Du eine schriftliche Genehmigung.
1) Regeln & Hausrecht: Warum die Zoo-Ordnung wichtig ist
Jeder Zoo und Tierpark hat eine eigene Zoo- bzw. Tierparkordnung. Dort steht, ob Fotografieren und Filmen erlaubt ist,
ob es Einschränkungen für bestimmte Bereiche gibt (z. B. Tierhäuser, Aquarien, Nachttierbereiche) und wie die Nutzung von Bildern geregelt ist.
Das solltest Du vor dem Fotografieren kurz prüfen
- Fotografieren/Filmen: erlaubt? nur privat? Einschränkungen in Tierhäusern?
- Blitz: fast immer verboten – und das aus gutem Grund
- Veröffentlichung: Social Media, Blog, YouTube – zählt alles
- Kommerzielle Nutzung: Werbung, Affiliate, Sponsoring, Bildverkauf, Presse
- Stativ/Workshop/„große Ausrüstung“: teilweise nur nach Absprache
oder frage kurz per Mail nach – besonders bei Veröffentlichungen mit kommerziellem Hintergrund.
2) Veröffentlichen: Social Media ist bereits „Publizieren“
Viele denken: „Ist doch nur ein Foto für Freunde.“ In der Praxis ist es aber so:
Wenn Du ein Bild hochlädst, veröffentlichst Du es. Das gilt für Facebook, Instagram, TikTok, YouTube, Deine Website
und auch für Foren oder Gruppen.
Privat, nichtkommerziell, kommerziell – wo ist der Unterschied?
Privat Erinnerungsfotos für Dich, ohne öffentliche Verwertung.
Nichtkommerziell Veröffentlichung ohne Werbung/Verkauf (je nach Zoo-Regelung).
Kommerziell Alles, was Geldbezug hat: Anzeigen, Affiliate-Links, Kooperationen, Bildverkauf, Auftragsarbeit.
Hinweis: Viele Zoos erlauben privates Fotografieren, schränken aber kommerzielle Nutzung deutlich ein.
Im Zweifel: kurz nachfragen und schriftlich bestätigen lassen.
3) Beispiel: Zoo Rostock & Darwineum (bitte aktuell prüfen)
Als Orientierung (und weil es immer wieder gefragt wird) hier eine typische Regel-Logik, wie sie viele Einrichtungen nutzen:
Fotografieren ist für private Zwecke erlaubt, Blitz ist verboten, und kommerzielle Nutzung braucht Genehmigung.
Bitte beachte: Diese Infos sind ein Beispiel – maßgeblich ist immer die aktuelle Regelung vor Ort.
| Bereich | Typische Regelung (Beispiel) |
|---|---|
| Fotografieren | Erlaubt (private Zwecke) |
| Blitzen | Nicht erlaubt |
| Veröffentlichen | Nichtkommerziell häufig erlaubt, kommerziell meist nur mit schriftlicher Genehmigung |
Tipp: Wenn Du eine Jahreskarte hast und regelmäßig fotografierst, lohnt sich eine kurze, freundliche Mail an die Einrichtung.
So hast Du im Fall der Fälle etwas Schriftliches in der Hand.
4) Der Blitz beim Fotografieren im Zoo: Bitte aus – immer
Ein Thema, das mir als Tierfreund besonders am Herzen liegt: Blitzlicht im Zoo.
Stell den Blitz vor dem Betreten des Zoos ab – egal ob Smartphone, Kompaktkamera oder Spiegelreflex.
Der Grund ist simpel: Kein Tier weiß, was eine Kamera ist – und es kann sich vor dem grellen Blitz nicht schützen.
Blitz kann Tiere stressen, erschrecken und im schlimmsten Fall zu gesundheitlichen Problemen führen. Außerdem ruinieren Blitze
Deine Fotos oft durch Reflexe an Scheiben.
Wenn es dunkel ist: Diese Alternativen funktionieren besser
- ISO erhöhen statt blitzen (Smartphone: Nachtmodus / Pro-Modus)
- Serienbild/Burst nutzen, um Bewegung einzufangen
- Stabil abstützen (Geländer, Wand, Knie)
- Belichtung leicht reduzieren, damit helle Stellen nicht ausfressen
Wenn ich Blitzlichter im Zoo sehe, spreche ich Menschen freundlich an und biete Hilfe an (Blitz aus, Einstellungen zeigen).
Manchmal gibt’s skeptische Blicke – aber oft klappt’s, wenn man es ruhig und respektvoll erklärt.
5) Fototipps im Zoo: So werden Tierbilder deutlich besser
Scheiben: Reflexe vermeiden
- So nah wie möglich an die Scheibe, leicht schräg fotografieren
- Helle Kleidung vermeiden (spiegelt), Hand als „Schatten“ an die Scheibe
- Belichtung minimal runter, Fokus aufs Auge
Gitter: Unsichtbar machen
- Mit längerer Brennweite fotografieren und das Gitter nicht „anfassen“
- Offene Blende (z. B. f/2.8–f/4) – Gitter wird unscharf
- Wenn möglich, leicht seitlich positionieren und durch größere Maschen „schauen“
Bewegung: Timing statt Dauerfeuer
- Kurze Verschlusszeiten (oder Serienbild) für laufende/spielende Tiere
- Einfach 20 Sekunden beobachten: Blick, Geste, Interaktion abwarten
- Augen = Fokuspunkt Nummer 1
Smartphone-Quick-Tipps (ohne Technik-Frust)
- Auf das Auge tippen (Fokus) und ggf. Belichtung leicht nach unten ziehen
- 2x–3x Zoom ist oft okay – lieber näher ran als digital „zu viel“ zoomen
- Stabil halten: beide Hände, Ellbogen an den Körper, kurz ausatmen
6) Fair bleiben: Was im Zoo nicht geht (auch wenn’s „das Foto“ wäre)
- Nicht klopfen, nicht rufen, nicht an Scheiben trommeln
- Nicht füttern (auch nicht „nur ein Stückchen“)
- Abstände respektieren, Absperrungen sind nicht zum Übersteigen da
- Kein Stress für Tiere: lieber den Moment ziehen lassen
- Andere Besucher respektieren: Wege frei lassen, Kinder nicht „wegdirigieren“
7) Checkliste: Zoofotografie ohne Ärger (und mit besseren Bildern)
- ✅ Zoo-/Tierparkordnung kurz lesen (Website oder Eingang)
- ✅ Blitz aus (Kamera & Smartphone)
- ✅ Aufnahmen rücksichtsvoll: keine Tiere provozieren
- ✅ Scheiben/Gitter: Nähe, Winkel, Fokus aufs Auge
- ✅ Social Media = Veröffentlichung (Regeln beachten)
- ✅ Kommerzielle Nutzung? → schriftlich anfragen
- ✅ Bei Unsicherheit: kurze Mail an den Zoo
Interner Tipp-Artikel: Fotografie-Tipps
Fotospots/Locations: Fotospots
Zooliste/Übersicht (extern): Zooliste (extern)
(Link bitte anpassen)
8) FAQ: Häufige Fragen zum Fotografieren im Zoo
Darf ich im Zoo fotografieren?
In vielen Zoos ist Fotografieren für private Zwecke erlaubt. Entscheidend ist aber immer die jeweilige Zoo-Ordnung.
Kurz prüfen lohnt sich – besonders in Tierhäusern oder bei Sonderausstellungen.
Darf ich Zoo-Fotos auf Instagram oder Facebook posten?
Oft ja, wenn es nichtkommerziell ist und die Regeln es erlauben. Aber: Upload = Veröffentlichung.
Wenn Dein Account geschäftlich genutzt wird (Werbung, Kooperationen, Affiliate), frag lieber nach einer Genehmigung.
Warum ist Blitz im Zoo so oft verboten?
Tiere können sich vor dem Blitz nicht schützen. Blitz kann stressen und erschrecken – und außerdem verursachen Blitze
starke Reflexe an Scheiben. Besser: ISO erhöhen, stabil halten, Serienbild nutzen.
Wie bekomme ich bessere Fotos durch Glas?
Geh nah an die Scheibe, fotografiere leicht schräg, vermeide helles Shirt (spiegelt) und fokussiere aufs Auge.
Belichtung minimal runterziehen hilft oft sofort.
Ist ein Blog mit Werbung noch „privat“?
Häufig nicht. Sobald Geldbezug drin ist (Anzeigen, Affiliate, Sponsoring, Bildverkauf), gilt es oft als kommerziell.
In diesem Fall ist eine schriftliche Freigabe der Einrichtung die sicherste Lösung.
Zum Schluss: Deine Erfahrung hilft anderen
Fotografieren im Zoo kann unglaublich schöne, emotionale Momente festhalten – wenn wir dabei fair bleiben.
Und ganz ehrlich: Die besten Bilder entstehen fast nie durch Druck, sondern durch Beobachten, Geduld und Respekt.
Jetzt bist Du dran: In welchem Zoo oder Tierpark fotografierst Du am liebsten – und wie sind dort die Regeln
(Veröffentlichung, Stativ, Blitz)? Schreib’s gern in die Kommentare. 🙌
Hinweis: Wenn Du möchtest, ergänze hier noch ein Kommentarfeld-Hinweis wie „Fragen sind willkommen“ oder „Bitte keine Standort-Diskussionen“.
Nachtrag:
Ich habe eine Genehmigung vom Zoo Rostock erhalten und nun können meine Bilder auch wieder online gehen… schaut doch mal auf: Zoo-TAG